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Kleines Qualitätslexikon über Strick & Strümpfe

Kategorie: Allgemein

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Allgemeines über Herrenstrümpfe

Herrenstrümpfe sind aus Baumwolle, kennt jeder, hat jeder und alle sind gleich. Viele Leute glauben das leider und setzen Strümpfe
gleich mit Socken. Die Materialbezeichnung „100 % Baumwolle“ reicht ihnen vollkommen aus.

Ein Strumpf besteht aus dem sogenannten Füßling, der den Fuß selbst umschließt, und dem Beinling,
der den Unterschenkel umschließt als Fortsetzung des Füßlings an der Wade.

Sehr selten sind Strümpfe bei denen jeder einzeln Zeh umschlossen wird, was dem Fußklima sehr zuträglich ist,
da nach einer Untersuchung der Firma Falke Männer 60 % stärker schwitzen als Frauen und so der Schweiß von
den einzelnen Zehenstulpen besser aufgenommen wird als bei den gängigen Füßlingen.
Weitere Informationen zu den gesundheitlichen Aspekten finden Sie bei https://www.knitido.de/zehensocken_gesund.html
Zehenzocke von Knitido.de:

Verbesserte Fußdruckbelastung, Quelle: Knitido.de

Es gibt:

– Strümpflinge, auch Sneakersocke genannt, also nur etwas höher als der Schuhrand,
– Socken auch Kurzstrümpfe genannt,
– Strümpfe: diese reichen bis zur Wade,
– Kniestrümpfe, die – wie der Name es schon sagt – bis zum Knie oder kurz darüber reichen und
überkniehohe Strümpfe die bis auf den Oberschenkel, sogenannte Overknees, reichen.
Die Strumpfhosen sind bei Herren eher ungebräuchlich, aber im Angebot. Sie empfehlen sich wenn
besondere Ansprüche erfüllt werden müssen, wie z.B. bei Jägern auf der Ansitzjagd und sie besonders gut warmhalten müssen.

Ein Strumpf kann auch im wärmsten Sommer sehr wohl bis zum Knie reichen, denn es kommt in erster Linie
auf das verwendete Garn und wie es gestrickt wurde an ob er warmhält oder die Körperwärme ableitet.
Ein Strumpf aus Leinen oder aus Filoscozia ® [auch Filo de Scozia] ist sehr dünn und bringt den Fuß nicht zum
Schwitzen, bietet aber den unschätzbaren Vorteil, dass bei gelupftem Hosenbein nicht die Wade zum Vorschein kommt.

Da sich die Strümpfe seit Mittelalter aus hüfthohen Hosen entwickelt haben, sie heutzutage aber darunter getragen werden,
sollten sie sich als „Beinkleid“, wie sie auch bezeichnet werden, optisch dem Hosenbein unterordnen.
Die Strumpffarbe richtet sich niemals nach der Krawatte oder sonstigen Teilen der Oberbekleidung.
Wählt der Träger die Schuhfarbe als farblichen Bezugspunkt aus, dann verlängert er damit den Schuhschaft optisch
in Richtung Wade und betont damit den Schuh.
Knallbunte Ringelsocken trägt Kind oder Jugendlicher maximal in der Freizeit – ältere nur in der Manege!
Weiße Socken und Strümpfe sollte man den medizinischen Berufen überlassen.
Nur Jäger und sonstige Trachtenträger tragen dicke Wollsocken ggf. mit auffälligem Muster, Schnürung und Tasseln.

Das Maximum an Farbenfreude unter einer klassischen Hosen ist das Argylemuster – bunter sollte es dagegen
in keinem Fall werden.
Sehr interessant sind die zweifarbigen Rippenstrümpfe, die erst beim Dehnen die zweite Farbe freigeben.

Ideal wäre es wenn Strümpfe für jede Fußgröße, oder besser Fußdimension, angeboten würden, da es Menschen
mit kurzen breiten Füßen und hohem Rist gibt während andere schmale lange Füße mit flachem Rist haben.
Dies wäre aber sehr aufwendig und würde nicht zuletzt aufgrund der vielfältigen Strumpfmuster und –farben einen
riesigen Lagerhaltungsaufwand im Geschäft bedeuten und daher gibt es dies ganz nicht.
Strümpfe in Einheitsgrößen, wie z.B. in England ab und an Cashmerestrümpfe angeboten werden, lässt man
besser im Regal liegen – es wäre ein Glücksfall wenn diese an den eigenen Füßen gut sitzen würden.
Das Maximum an Akzeptanz und ein recht guter Kompromiss sind die gängigen Doppelgrößen wie z.B. 41/42,
da diese Strümpfe – gut gestrickt vorausgesetzt, eventuell auch noch mit einer kleinen Elastanbeimischung
versehen, sich gut an die Füße anschmiegen.
Die Materialauswahl bei Strümpfen richtet sich nach der herrschenden Außentemperatur, ob leichte Ware für den Sommer
oder wärmende für den Winter.
Für den Sommer empfehlen sich Bambus, Leinen, eine feine Baumwolle wie Filoscozia, Giza oder West Indian Sea Island Cotton
oder weit eleganter aus Seide.
Für den Winter Schafwolle, Merinowolle, Mohair, Baby-Camel, Alpaka oder Cashmere.
Man sollte dabei jedoch bedenken, dass die Strümpfe je dicker das Garn ist umso stärker auftragen und so die Passform
der Schuhe mehr oder weniger stark beeinflussen.
Nach meinen praktischen Erfahrungen kann man im Sommer in jedem Fall einen Kniestrumpf tragen und muss nicht
auf Socken ausweichen.
An dieser Stelle möchte ich auch etwas über Frottee-Strümpfe schreiben:
Auch ich unterlag einmal dem Irrtum damit höherwertige Strümpfe gekauft zu haben – ich habe keinen davon
mehr im Schrank, weil ich damit zu sehr schwitze und weil sie mir am Fuß zu dick auftragen.
Es mag sein, dass es Strümpfe mit kurzen Schlingen gibt, die weniger auftragen – dann mag das akzeptabel sein
und es an der Vorliebe des Trägers sein diese zu tragen.
Gerade bei Strümpfen gibt es aber auch sehr große Qualitätsunterschiede, angefangen beim Garn, über den Anteil der
beigemengten Kunststoffen, dem dauerelastischen Bündchen bis hin zur Verarbeitung an sich.
Ein gut gesponnenes Garn ist absolute Grundvoraussetzung, um überhaupt einen guten Strumpf stricken zu können.

Bei der sehr häufig verwendeten Baumwolle gibt es bei den Garnen/Zwirnen verschiedene Qualitäten:
man kann eine kurzfaserige Baumwolle spinnen, aber auch eine hochwertige wie ägyptische Gisa-Baumwolle,
peruanische Baumwolle, Sea Island – oder gar einen West Indian Sea Island Cotton (=> Artikel WISIC).
Oder man strickt Filoscozia®, ein spezifiziertes, gasiertes und mercerisiertes, langfaseriges Baumwollgarn aus Italien.

Vom verwendeten Baumwollgarn hängt es wesentlich ab wie sich der Strumpf am Fuß bzw. der Wade anfühlt,
da eine kurzstapelige Baumwolle zum Kratzen neigt während sich WISIC noch viel weicher anfühlt als Cashmere im Winter.
Ein feineres Garn erlaubt dem Stricker auch engere Maschen zu stricken wodurch der Strumpf wesentlich an Elastizität
gewinnt.
Wird dem Garn ein geringer, in der Regel 3 %, Elastan oder Lycra ® beigemischt, so schmiegt er sich perfekt an die Wade
und erreicht so fast die Eigenschaften eines Kompressionsstrumpfes.

Klasse Art Intensität
in kPA in mmHg
– Klasse I leicht 2,4 – 2,8 18 – 21
– Klasse II mittel 3,1 – 4,3 23 – 32
– Klasse III kräftig 4,5 – 6,1 34 – 46
– Klasse IV sehr kräftig 6,5 und 49 und mehr

Nähere Informationen über Kompressionsstrümpfe als PDF-Dokument: http://www.lympho-opt.de/fileadmin/u…sstruempfe.pdf

Oder man verwendet anspruchsvollere Garne/Zwirne wie Seide, Leinen, Merino, Baby-Camel, Cashmere- oder
Alpacawolle, um nur einmal ein paar Naturfasern zu nennen.
Neben seiner Feinheit müssen diese Garne auch noch gut versponnen und gespult sein, sollte also aus einer
guten Spinnerei kommen, um qualitativ anspruchsvolle Strümpfe stricken zu können.
Nähere Angaben zu den Garnen finden Sie in dem Artikel über Naturfasern und Cashmere.

Ein wesentlicher Punkt ist die Beimischung von Kunstfasern zur Verbesserung der Strapazierfähigkeit,
wobei sich die Meinungen teilen:
die einen wollen lang haltbare Strümpfe, was den Einsatz von Kunstfasern wie z.B. Acryl obligatorisch macht – die
anderen wollen möglichst nur einen Strumpf aus Naturfaser tragen.
Aber Strümpfe sind Verbrauchsartikel und unterliegen einem natürlichen Verschleiß.
Ich gehöre zur Gruppe, die dem Purismus frönt, da ich mich frage welchen Sinn es machen soll mir Cashmerestrümpfe
zu kaufen, denen 10 %, 20 % oder mehr Acryl beigemischt ist. Natürlich nehme ich bei 97 % oder 100 % Cashmere- oder
Baumwollstrümpfen die kürzere Gebrauchsdauer in Kauf.

Fast obligatorisch ist dagegen die Beimischung bzw. Verwendung von Elastan oder Lycra®, damit der Strumpf einen
guten Sitz hat und nicht rutscht – aber der Anteil sollte nicht höher sein als 5 % und in der Regel nur 3 % betragen.
Zum Stricken der Strümpfe braucht man eine gute Maschine und fachlich geschultes und erfahrenes Personal wie
den Stricker, einem eigenen Berufsstand!
Es reicht bei weitem nicht aus sich nur eine [gute] Strickmaschine zu kaufen und das Garn einzulegen!

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Bei den Strickmaschinen unterscheidet man zwischen ein- und zweizylindrischen Maschinen wobei die zweizylindrische
Maschine, die mit einer oberen und einer unteren Nadelreihe arbeitet, die bessere ist.
2 zyl. Strickmaschine:

 

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Mit der einzylindrischen Maschine kann man nur einfache, glatte Strümpfe mit einem Umhängerand, auch unechte Lippe
genannt, stricken – für Rippenstrümpfe braucht man in jedem Fall eine zweizylindrische Strickmasche, die auch eine
echte Lippe bzw. Doppelrand stricken kann.
Die meisten angebotenen Strümpfe verfügen – weil billig hergestellt – nur über einen Umhängerand (unechte Lippe):
dabei wird der Rand doppelt so lang gestrickt und eine Hälfte nach innen gelegt und dort vernäht.
Nach dem Stricken werden die Strumpfzylinder/-schläuche durch das Ziehen des Trennfadens voneinander getrennt
und anschließend gekettelt.
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Handketteln:

 

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Dies kann sehr aufwendig von Hand geschehen, wobei die einzelnen Maschen von Hand
auf die Nadeln der Regulärkettelmaschine eingehängt werden, oder die Strumpfspitze wird nur maschinell vernäht,
was, je nach Maschine, eine leicht gröbere Naht und Druckstellen auf den Zehen verursacht.
Eine sehr hochwertige Naht bringt dabei die Kettelmaschine von Rosso Industry aus Turin zustande, deren Naht
nur minimal stärker ist als die der Regulärkettelmaschine.
Beim Stricken kommt es wesentlich darauf an, dass die Maschine optimal eingestellt wurde, um feine Maschen
fehlerfrei stricken zu können. Eine fortlaufende Kontrolle der Strickmaschine durch den Stricker garantiert eine
gleichbleibende Strickqualität und Formgenauigkeit der Strümpfe.
Nach dem Ketteln wird der Strumpfrohling und Dampfdruck in seine eigentliche fußgerechte Form gepresst und
anschließend getrocknet.
Nach der abschließenden Qualitätskontrolle ist er dann fertig zum Verpacken.

Produktionsvideo der Firma Strumpf Dirks aus Billerbeck:
http://www.strumpfdirks.de/unternehm…duktionsvideo/

Der Käufer sollte auf folgende Punkte achten, um hochwertige von minderwertiger Ware unterscheiden zu können:

– Material wie z.B. hochwertige Baumwolle u.a.Filoscozia®, Giza oder WISIC, Cashmere (Angabe der Feinheit
wie z.B. NM 28.000 von Cariaggi oder Paolo Botta usw.)
– Beimischung von Elastan bzw. LYCRA® usw. und wie viel % davon beigemischt wurde, um die Strümpfe elastisch zu machen?
– Anteil an Kunstfasern wie z.B. Polyacryl zur Verlängerung der Haltbarkeit: je nach Gusto und Sparsamkeit? Gesundheitliche Bedenken?
– Woher stammt die Baumwolle bzw. das Garn? Wurde es chemisch behandelt, um es z.B. überhaupt spinnen zu können?

– Welche Farbe(n) wurden zur Färbung des Garnes benutzt? Vermeiden Sie bitte Strümpfe aus nichteuropäischen Ländern, da dort nicht die  strengen Vorschriften der Europäischen Union [EU] gelten und auftretende Allergien nicht auszuschließen sind.
– Verstärkte Ferse/Spitze – sauberer oberer Rand oder ausgefranst – echte Lippe oder unechte Lippe? – sichtbare Gummifäden im Bündchen?
– Sind die Spitzen handgekettelt oder nur vernäht? Dies kann unangenehme bis schmerzhafte Druckstellen beim Tragen verursachen.
– Verarbeitungs- und Materialfehler wie z.B. Löcher, Laufmaschen usw.
– Werden die Strümpfe nur in ein oder zwei Einheitsgrößen angeboten, in Doppelgrößen wie z.B. 41/42 oder – äußerst selten – in Einzelgrößen.
– Ideal wäre natürlich ein auf Maß konfektionierter Strumpf, aber mir ist leider kein Anbieter davon bekannt [Ausnahme: orthopädische Strümpfe]
– Achten Sie bitte beim Kauf Ihrer Schuhe und Strümpfe darauf, dass ein dicker Wollstrumpf einen wesentlichen Einfluss auf den Fußumfang
und damit auf die Passform Ihrer Schuhe hat.
– Der Strumpf ordnet sich dem Hosenbein bezüglich Farbe, Muster, Glanz usw. unter.
– Je schlechter der Schuh, konkret dessen Innenfutter, desto kürzer die Lebensdauer der Strümpfe!

Eine sehr interessante Abhandlung über die Geschichte der Strümpfe finden Sie auf den Seiten des
Deutschen Strumpfmuseums: http://www.deutsches-strumpfmuseum.de/strumpfmuseum.htm

Titelbild: Bresciani, IT
Bildquelle für alle nachfolgenden:
Strumpf Dirks in Billerbeck http://www.strumpfdirks.de
Ein paar Dinge, die man über Strümpfe wissen sollte.

Die Materialangabe wie z.B. 97 % Cashmere + 3 % Elasthan bezieht sich nicht auf die Spitze, die Ferse und den elastischen, oberen Rand.
Die Strumpfspitze und die Ferse werden in der Regel wohl aus demselben Garn/Zwirn gestrickt aber mit Nylon verstärkt; es gibt jedoch auch Strümpfe bei denen z.B. die Ferse nicht verstärkt ist
mit der Folge, dass diese sich wohl weicher anfühlen aber wesentlich schneller verschleißen.
In den oberen Rand ist normalerweise ein Gummizug eingearbeitet – dies bitte nicht mit der Beimischung von Elasthan oder Lycra® im Strumpf selbst verwechseln.

Die Strumpfferse sollte leicht überhöht sein, damit der Strumpfe besser sitzt und weniger schnell durch die Reibung an der Fersenkappe der Schuhe durchscheuert.

Beim Kauf von Strümpfen sollten Sie darauf achten, dass die Spitze handgekettelt ist, da eine maschinelle Naht eventuell eine Druckstelle auf dem Fuß verursachen kann.

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Ein besonders kritischer Punkt ist der Übergang des Fersenbereiches zum Fuß- und zum Beinling (also zum restlichen Strumpf), da dort oft große Maschen sichtbar werden,
die entweder auf einen Strickfehler an sich oder einen Fehler bei der Einstellung der Strickmaschine hinweisen.
(Das Foto stammt von einem B-Ware-Strumpf, um einen möglichen Fehler aufzuzeigen.)

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Das Wichtigste zum Schluss:

Es ist, genau wie auch bei den Schuhen, ein großer Irrtum zu glauben, dass Strümpfe (Waden-) oder Kniestrümpfe nur für kühleres Wetter geeignet sind und man im Sommer
Socken tragen muss, um ein angenehmes Fußklima im Schuh zu haben.
Oder trage Sie hohe Schuhe (Boots) nur im Herbst oder Winter?
An der Wade schwitzt man nicht sondern höchstens im Schuh wenn man dem Klima/der Umgebungstemperatur nichtangepasste Strümpfe trägt wie z.B. Cashmerestrümpfe im gut beheizten Büo.
Daher kann man ganzjährig Strümpfe und Kniestrümpfe tragen und bitte keine Socken.
Es sieht schon ziemlich gräßlich aus wenn beim Sitzen die weiße Wade zwischen Socke und Hosensaum sichtbar wird.
Einzig sollte man darauf achten, dass die Strümpfe der vorherrschenden Temperatur speziell bezogen auf das verstrickte Garn aber auch auf die Strickart angepasst ist.

Sommer: Filoscozia ®,oder Seide oder Mischgarne wie Cashmere & Seide – auf jeden Fall dünne Strümpfe
Frühling und Herbst: Baumwolle, Merinowolle
Winter (aber bitte nicht im Büro): Cashmere, (Royal) Alpaca oder Merinowolle

Achten Sie bitte auch auf einen ausreichend breiten oberen Bund (die Gummizüge sollten beim Kauf nicht sichtbar sein), damit keine Druckzone an der Wade entsteht,
die die Durchblutung behindern könnte, oder zumindest unangenehm drückt.
Kniestrümpfe statt wadenhohe bieten den Vorteil, dass sie weniger rutschen bzw. bei wertigen Strümpfen gar nicht.

Strümpfe können das gesamte Erscheinungsbild einer Person komplett entwerten!

Baumwollsorten

Wissen Sie lieber Leser, dass einer der größten Handelsplätze für Baumwolle seinen Sitz in Deutschland hat?
Es ist die Bremer Baumwollbörse http://www.baumwollboerse.de/

Die hochwertigsten Baumwollsorten sind Sea Island Cotton, West Indian Sea Island Cotton (WISIC) auch bekannt als „black seed“ (schwarzer Samen), Pima Cotton und die ägyptische Baumwolle Giza 45 – alles Züchtungen aus der gossypium barbadense, die sich grundsätzlich nur durch das Anbaugebiet, das aber wesentlich die Eigenschaften der Baumwolle prägt, unterscheiden.

Für das Weben von Denim bevorzugen die japanischen Weber auf ihren alten Shuttle Looms (Webstühlen) die Baumwolle aus Simbabwe (Gossypium herbaceum).

Das Zauberwort bei Baumwolle ist für viele Interessierte die Stapel- oder Faserlänge, Extra Long Staple (kurz: ELS), die bei West Indian Sea Island Cotton bis zu 55 mm betragen kann.
Außer der Faserlänge sind aber u.a. auch die Reißfestigkeit, der weiche Griff und der Glanz der Baumwolle sehr wichtige Qualitätsmerkmale nebst dem Geruch und die Reinheit reinen Farbe Weiss (Brilliant White).

Der Micronairewert als Gradmesser für die Feinheit der Fasern ist in folgende Kategorien eingeteilt:
< 3,0: sehr fein
3,0 – 3,9: fein
4,0 – 4,9 durchschnittlich
5,0 – 5,9: leicht grob
ab 6,0: sehr grob

Die Faserstärke/der Faserdurchmesser – bitte nicht mit dem Micronairewert verwechseln – wird ausgedrückt in micron (1/1000tel Millimeter).
Hochwertige Rohbaumrohwolle kann nur durch Pflücken per Hand erzielt werden, weil die Baumwolle bei maschineller Ernte durch die Beschädigung des Baumwollkerns verunreinigt und verfärbt werden kann.
Daher werden alle hochwertigen Baumwollsorten von Hand geerntet und mit ihrem speziellen Gütesiegel versehen.

Die bekanntesten und hochwertigsten Baumwollsorten (Handelsmarken) sind:

  • WISIC – West Indian Sea Island Cotton
  • Belize-Cotton by Cariaggi
  • Giza 45 – Ägypten, Nildelta
  • Sea Island Cotton – USA und Karibik
  • Pima Algodón/Cotton – Peru
  • Supima Cotton – USA: Handelsmarke/Gütezeichen für ELS Cotton
  • Giza xx – Ägypten [xx = verschiedene Sorten]

Es ist ein in Deutschland schon oft verbreiteter Foren-Unsinn, dass Sea Island Cotton (gossypium barbadense) nur auf den Westindischen Inseln Jamaica, Barbados, Antigua und Nevis wächst – es trifft vielmehr zu,
dass diese Sorte auch im Süden und der Ostküste der USA (South Carolina, Georgia, Florida) und im gesamten Karibikraum angebaut, erreicht aber dort aufgrund der ungünstigeren klimatischen Bedingungen mit
ca. 36 mm nicht die Faserlänge der Baumwolle auf den Westindischen Inseln mit bis zu 55 mm Länge.
Dieser Irrtum basiert vermutlich auf der Gleichsetzung von Sea Island Cotton mit West Indian Sea Island Cotton (WISIC) von den Inseln Jamaica und Barbados – das Gütezeichen der WISICA wird nur für Baumwolle dieser beiden Inseln verliehen.
Eine Tabelle über die verschiedenen Giza Baumwollqualitäten, die auch als Mako-Baumwolle bezeichnet werden, aus Ägypten:

  • Long Straple (LS) – langfaserig
  • Giza 80 1.5/32″ – 1.3/16″ Oberägypten
  • Giza 90 1.5/32″ – 1.3/16″ Oberägypten
  • Giza 86 1.7/32″ – 1.1/4″ Nildelta
    EXTRA Long Staple (ELS) – extra-langfserige Baumwolle
  • Giza 92
  • Giza 88 1.3/8″ – 1.1/2″ Nildelta
  • Giza 87 1.7/16″ – 1.1./2″ Nildelta
  • Giza 70 (Isis)
  • Giza 45 1.7/16″ – 1.1/2″ Nildelta

 

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Neben der Faserlänge spielt auch die Feinheit, ausgedrückt in Micronaire, der einzelnen Baumwollfasern eine große Rolle, weil sie über daraus gesponnenen Faden schlussendlich auch die Feinheit des fertigen Stoffes sehr wesentlich mit beeinflusst.
Die Pima-Baumwolle aus Peru weißt folgende Eigenschaften auf
Faserlänge 36,51- 42,86 mm
Micronairewert 3,2 – 3,9
Wert Pressley 6328 – 7734 (kg/cm2)
Wert g.p.t. 35 – 42 (gf/tex)

Belize-Cotton von Cariaggi
Faserlänge <47 mm
Micronairewert 3.1 – 3.4

West Indian Sea Island Cotton – WISIC
Faserlänge 55 mm
Micronaire 3.0 – 3.1

Vergleicht man die Faserlänge von Giza 45 und der Qualitätsnorm als Mindeststandart (nicht zu verwechseln mit eventuell ausgesuchten Ballen) von Pima Algodón aus Peru, so stellt man leicht fest, dass die Peruanische Baumwolle wohl längere,
aber keine so feinen Fasern wie der ausgesuchte Ballen von ägyptischer Baumwolle hat. Dies schließt natürlich nicht aus, dass einzelne Ballen Baumwolle auch einen Micronairewert von <3.20 haben können.
Aber auch an der Ost- und Südküste der USA wird Sea Island Cotton, um einmal bei der englischen Bezeichnung zu bleiben, angebaut. Dieser erreicht jedoch nicht ganz die Stapellänge von WISIC und trägt ggf. das Gütesiegel Supima Cotton, http://www.supima.com/.

Die aus Peru stammende Baumwolle, Gossypium herbaceum, gilt als der Stammvater der amerikanischen Baumwolle, Gossypium hirstum, die ihren Namen Pima-Baumwolle dadurch erhielt, dass er zuerst im Stammesgebiet der Pima-Indianer in den USA angebaut wurde. Aktuell wird in Peru in erster Linie die Pima-Baumwolle angepflanzt, der aber aus Gossypium Baradense gezüchtet wurde..
http://www.monografias.com/trabajos2…-peruano.shtml
Nicht umsonst werden die Lacoste-Polohemden in Peru gestrickt, und auch die Firma Zimmerli aus der Schweiz verwendet u.a. den sehr feinen Pima-Cotton für ihre Unter- und Nachtwäsche, bietet aber auch seit einem Jahr Wäsche aus WISIC-Garn von SPOERRY an.

Die Qualität des Stoffes oder der Stricksachen hängt natürlich wesentlich von der Qualität des Spinnens der Rohwolle zum Garn ab, denn diese entscheidet über die Qualität, die der Endkunde einkauft.
Es gibt z.B. wenige Spinnereien, die die feinen Baumwollqualitäten auch zu entsprechend wertigen Garnen verspinnen können.
Dies trifft speziell bei Hemdenstoffen zu, deren Feinheit extrem stark von der Garnqualität abhängt und selbst kleinste Fehler sofort sichtbar werden.

Nachfolgend eine Übersicht der WISIC Garne der Firma SPOERRY 1866, dem Marktführer für West Indian Sea Island Cotton:

SPOERRY Garnübersicht

Wie man der Produktübersicht entnehmen kann, reichen die Garnstärken bei West Indian Sea Island Cotton von NM 70 bis NM 220, d.h. 1 kg dieses Garnes ist 220.000m lang; bei der Baumwolle Giza 45 reicht die Skala bis NM 205000.

Dicke Strümpfe – Dünne Strümpfe?

Dünne Strümpfe aus Seide, hochwertiger Baumwolle wie Filoscozia oder Karnak-Baumwolle, halten grundsätzlich genau so lange wie dicke Strümpfe;
auch aus Merinogarn oder Cashmere kann man dünne Strümpfe stricken, da es nur auf den Garndurchmesser und die Strickart
ankommt.
Dünne Strümpfe – egal aus welcher Wolle gestrickt, bieten den Vorteil, dass sie sehr wenig auftragen;
man sollte sie deshalb beim Schuhkauf tragen, denn Loafer weiten sich im Laufe der Jahre etwas.
Entweder bringt man sie dann zum Schuhmacher, um sie wieder zu schrumpfen (ja, das geht in sehr geringem Umfang) oder
man trägt etwas dickere Strümpfe, um das Spiel auszugleichen.
Wenn alle Strümpfe gleich dick/dünn sind, dann kann man seine Schuhe länger tragen, da die Merino- wie auch die Seiden-/
Baumwollstrümpfe gleich auftragen.

Filoscozia

Filoscozia® – das Gütezeichen für feine Baumwolle

 

logo_menuFiloscozia® ist das neue, eingetragene Gütezeichen des
CENTRO PROMOZIONE FILOSCOZIA
Via Cicognara, 6 – 20129 Milano – Italy –
Tel. ++39.2.70107048 – Fax ++39.2.70106955
info@filoscozia.it
http://www.filoscozia.it

Dieses Gütezeichen wird verliehen bzw. darf von Textilfirmen dann verwendet werden wenn ausschließlich ausgesuchte
extra-langfaserige Baumwolle (ELS = Extra Long Stapel cotton), hauptsächlich aus Ägypten, in geringerem Maß
aus Peru und dem Sudan, zu einem Garn der Mindestfeinheit NE 60/2 = NM 2/100 (vorher NE 50/2) versponnen wurde.Es handelt sich mindestens um ein 2-fädiges Garn (2-ply yarn), bei dem zwei Fäden zu einem Garn (auch Zwin genannt) verzwirnt wurden – die Fäden sind bei einem Gewicht von 1 Gramm mindestens 100 m lang.
Das Garn kann natürlich auch feiner oder mehrfädig sein.

Beispiele:
3-fädiges/3-ply Garn in NM 3/100
2- fädiges Garn in NM 2/150

 

Das Filoscozia-Baumwollgarn ist

  1. mercerisiert:
    mittels Natronlauge werden die Eigenschaften der Fasern verbessert: runder Querschnitt statt ovalem, seidiger Glanz,
    verbesserte Absorption (Feuchtigkeitsaufnahme), bessere Zugfestigkeit usw., => Fil d’Ecosse
  2. gekämmt:
    dabei werden die einzelnen Fasern vor dem eigentlichen Spinnvorgang ausgerichtet,
  3. das gesponnene Garn wird gaziert:
    Dabei wird das Garn durch eine Gasflamme geführt, um herausstehende Faserenden abzubrennen und
  4. gekrumpft [sanforisiert]
    damit es beim Waschen nicht einläuft.
  5. mindestens 2-fädig [2-ply]
    zur verbesserten Eigenstabilät: damit Stricksachen und Gewirke ihre Form behalten
  6. sehr feines Garn [Zwirn]
    aus Fäden mit mind. NM 2/100 [Ne 60/2] – 1 gr. ist >100 m lang

Insgesamt führen alle diese Mindestveredlungsmaßnahmen des Garnes – die Spinnereien führen in der Regel weitere Zurichtungen
des Garnes durch – dazu, dass Filoscozia® ein sehr weiches, leicht schimmerndes Garn ist und diesen auch nach mehreren
Waschvorgängen nicht verliert.

Die daraus hergestellten Strickwaren wie z.B. typischerweise Strümpfe nehmen die Feuchtigkeit sehr gut auf und geben diese
auch wieder schnell an die Umgebung ab.
Durch die mindestens 2-fädigen Garne weisen die Strümpfe, um bei diesem Beispiel zu bleiben, eine hohe Formstabilität auf,
zeigen kein Pilling, kein Verfilzen und laufen beim Waschen nicht ein.
Die Veredelung des Garnes in Kombination mit dem entsprechenden Färbeverfahren garantiert auch die Farbechtheit der Strümpfe
beim Waschen – weder färbigen sie aus noch verbleichen sie.
Dies setzt natürlich voraus, dass auch die vorgeschriebene maximale Wassertemperatur beim Waschen eingehalten wird.

Insgesamt weist Filoscozia®-Baumwollgarn sehr viele positive Eigenschaften auf und ist prädestiniert für das Stricken feiner Wäsche,
Strümpfe und sonstiger Strickwaren
Strümpfe, Knie-/Wadenstrümpfe, aus sehr feinen Garnen gestrickt, sind ideal für den Sommer, da durch die feinen Maschen
die Körperwärme an die Umgebungsluft abgegeben werden kann, sie dennoch blickdicht sind und sind sehr angenehm zu tragen.
Es spielt dabei auch absolut keine Rolle ob sie bei sommerlichen Temperaturen Socken oder Kniestrümpfe tragen.

Strümpfe und Socken aus zertifizierter Filoscozia-Baumwolle Filoscozia® sind solchen aus dem Supermarkt in jeder Hinsicht
haushoch überlegen, einzig beim Preis scheiden sich die Geister, denn es gibt sie nicht im 5er-Pack für 5,99 €.
Da hätte ich beinahe etwas ganz wichtiges vergessen:
Der Strumpf sollte natürlich auch aus 100 % Filoscozia-Baumwolle gestrickt sein und so auch kein Polyamid enthalten;
mancher Anbieter deklariert dessen Anteil nicht und andere erwähnen die Polyamidbeimischung nur in den Pflegehinweisen.
Die Handkettelung trägt weiter zum Tragekonfort bei, damit sich auf dem Fuß keine Druckstellen bilden.

Wenn ein Strumpf oder Strick nur zu 80 % aus Baumwolle besteht dann ist er natürlich billiger als einer aus 100 % Baumwolle
[Preis ./. 0,80].

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P1020544_edited-1Eine weiße Visitenkarte in einem Strumpf mit einer Garnfeinheit von NM 2×2/135 – der einzelne Faden ist kaum noch zu erkennen.

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Das Merkblatt des Centro Promozione Filoscozia: http://www.filoscozia.it

BEZEICHNUNG: Filoscozia®.

PFLANZLICHE EIGENSCHAFTEN:
extra-langfaserige Ägyptische Baumwolle, PIMA-Cotton aus Peru oder Baumwolle mit gleichwertigen Eigenschaften aus dem Sudan

 

VERARBEITUNG DER FASER:
Um ein Recht auf das eingetragene Markenzeichen „Werbezentrum Filoscozia“® zu erwerben, muß das Garn:
Ausschließlich aus ägyptischer Baumwolle oder gleichwertigen Baumwollarten bestehen.
Dies bedeutet, daß das Garn aus Fasern besteht, die im Durchschnitt gegenüber den amerikanischen Baumwollarten, die normalerweise eher bei Wirkwaren verwendet werden, um 20% länger sind.
Darüber hinaus sind bei gleichem Garndurchmesser aufgrund der geringeren Faserstärke mehr Fasern enthalten, was diesem somit eine größere Widerstandsfähigkeit und einen seidigeren Effekt verleiht.

Gekämmt sein. Dies bedeutet, daß es ausschließlich aus langen Fasern gebildet ist, da durch das Kämmen sämtliche Fasern ausgesondert worden sind, die unter der gewünschten Länge liegen.

Mehrfädig gezwirnt sein. Das mehrfädig gezwirnte Garn erwirbt eine Widerstandsfähigkeit, die mindestens 10 – 15 % über der eines einfädigen Zwirns mit derselben Fadenstärke liegt.
Diese Tatsache bildet die Voraussetzung für die Lebensdauer.

Der Feinheit Ne 60/2 [=NM 2/100] entsprechen oder darüber liegen. Diese Auswahl, das heißt, der Ausschluß der gröberen Garne, führt dazu, daß die mit dem Markenzeichen „Werbezentrum Filoscozia“® versehenen Kleidungsstücke ein feineres Aussehen haben, wobei dieser Begriff sowohl auf die „Abmessungen“ als auch auf die „Ästhetik“ bezogen ist.

Gaziert sein. Durch die Gazierung, durch das schnelle Durchführen des Garnes durch eine Flamme werden die oberflächlichen Fasern beseitigt, die ansonsten das Garn matt erscheinen lassen würden.

Auf Strängen mercerisiert sein, und nicht erst, wenn es bereits zum Gewebe umgewandelt worden ist. Auf diese Art und Weise erfolgt die Reaktion zwischen dem Ätznatron
und dem Garn bei perfekt unter Spannung kontrollierten Fasern.
Dies bedeutet, daß sich die Baumwollfasern, die sich in ihrer natürlichen Form als plattgedrückte Röhrchen darstellen (wie ein leerer Feuerwehrschlauch),
nach der Mercerisierung zylinderförmig darstellen (wie ein mit Wasser prall gefüllter Feuerwehrschlauch).
Dies führt zu einer beträchtlichen Erhöhung der Kraft der Lichtreflektion, die dem Garn einen höheren Glanz verleiht.
Überdies erhöht die Mercerisierung die Feuchtigkeitsaufnahme um bis zu 20 %, ohne daß die Faser einen deutlich nassen Eindruck hinterläßt,
mit unzweifelhaften Vorteilen beim Tragekomfort. Der Mercerisierungsprozeß erhöht außerdem den Garnwiderstand und reduziert die Schmutzaufnahme.

PHYSIOLOGISCHE EIGENSCHAFTEN:
Allergiefrei. Seine Hygroskopizität macht es zur Grundfaser für Unterwäsche, Bett- und Tischwäsche, usw.
Vom hygienischen Standpunkt aus handelt es sich um ein exzellentes Material, da es im entschälten Zustand keine löslichen Proteine enthält.
Es kann schadlos sterilisiert werden, läßt sich gut bleichen und unendlich oft waschen.

FEINHEIT:
nicht unter Ne 60/2 (NM 2/100).

ANWENDUNGEN:
Wirkwaren und Unterwäsche, Hemden, Socken.

CHARAKTERISTIKEN:
hohe Widerstandsfähigkeit, dauerhafte Reinheit und Leuchtkraft der Farben, Unverformbarkeit, außergewöhnliche Absorbier- und Dispersionsfähigkeit des Körperschweißes.

MARKENZEICHEN:
eingetragen durch das Werbezentrum Filoscozia im Jahr 1982. Vereinigte Unternehmen Strumpffabrik

Allein die Bezeichnung „Filoscozia“ oder „Filo di Scozia“ trifft wohl eine grundsätzliche Aussage über die Garnqualität wie mercerisiert, gasiert und krumpfresistent, tätigt aber keine Aussage über Feinheit und die sonstige Ausrüstung wie z.B. shrinkresistant usw. und damit letztendlich auch den Preis des Garnes.
Dabei ist also wieder zu unterscheiden z.B. zwischen einem zweifädigen Garn in NM 2/50 und beispielsweise einem 2-fädigen Garn in NM 2/150, das viel feiner ist
und eher an einen Seidenfaden denn an Baumwolle erinnert.
Es mag wohl unter Umständen als Haarspalterei vorkommen, aber gerade bei sommerlichen Temperaturen macht sich das feinere Garn stark bemerkbar,
da die Strümpfe hauchdünn gestrickt sind und man sehr wenig bis kaum transpiriert – das gleiche gilt für Unterwäsche aus überaus feinen Garnen.
Gerade die Unterhemden sind dann nur nur hauchdünn und sehr angenehm zu tragen.

Jetzt gibt es die Infos auch bei Youtube

Nun mag es dem einen oder anderen Leser etwas zuviel erscheinen, aber tragen Sie einmal Strümpfe aus Filoscozia und

vergleichen Sie deren Trageeigenschaften mit denen in einfacher, billigerer Baumwolle, womöglich noch maschinengekettelt

und mit Polyamid dauerhaltbar gemacht.

Spätestens abends wird der Unterschied klar.

 

filo scozia <> Filoscozia®

Oft taucht bei Strümpfen aus Italien in der Beschreibung der Begriff filo scozia auf, auf Französisch file d’Écosse,

dies bedeutet nur, dass die Baumwolle mercerisiert wurde, hat aber mit Filoscozia® sonst nichts gemeinsam

wie handgepflückte, gasierte, mindestens 2-ply Baumwolle in mind. NM 2/100 (die Garnfeinheit) mit Antishrinkzurichtung und OEKO-TEX 100 Zertifikat usw..

Die Bezeichnung filo scozia ist noch lange nicht dasselbe wie das Gütezeichen Filoscozia®.

filo scozia kann eine ganz einfache, kurzfaserige, einfädige (1-ply) Baumwolle sein ohne irgendwelche besonderen Produkteigenschaften und entsprechend billiger.

 

Dicke Wolle – Gute Wolle?

Dicke Wolle – Gute Wolle?

 

Über Ebay bekam ich eine Anfrage ob meine Socken aus 4-ply Baumwolle dick wären, was gesucht war.
In meinem Laden machte ich die Erfahrung, dass die Leute dicke Strümpfe mit guter Qualität verknüpfen.

Je dicker desto besser!?

Leider ein ganz großer Irrtum, der auf Assoziationen beruht, gewachsen seit der Kindheit und Omas warmen selbst
gestrickten Pullovern und Strümpfen, aber nie ernsthaft darüber nachgedacht.

Um einen dicken Pullover zu stricken kann man entweder eine dicke Wolle benutzen, also ein dickes einfädiges Garn,
oder ein ebenfalls dickes Garn, das aber aus vielen einzelnen dünnen Fäden verzwirnt wurde, ein mehrfädiges Garn:
das sind dann z.B. die berühmt-berüchtigten und sehr teuren 4-ply oder 8-ply Cashmerepullover.

Aus den Fasern wird (zuerst) der Faden gesponnen, gleich um welche Fasern es sich handelt.
Wird dieser Faden so verwoben oder gestrickt, dann wird der Faden auch (einfädiges) Garn genannt.
2 oder mehr Fäden werden zu einem Garn verdreht/verdrillt/verzwirnt – diese mehrfädigen Garne nennt man
deshalb auch Zwirn(e).

Ein dickes Garn kann also einfädig = 1-ply sein: das sind die einfachen und recht billigen Garne
oder
mehrfädig, also 2-ply, 3-ply, 4-ply, 8-ply oder ganz dick als 12-ply Garn, von mir aus auch gerne Wolle genannt.

Und nun betrachten wir das Ganze anders herum.
Wenn ich zum Beispiel 4 Fäden à NM 500 – also die feinsten Fäden überhaupt – zu einem 4-ply Garn verzwirne (verdrehe),
dann erhält man ein immer noch sehr, sehr feines Garn von NM 125.
1 Gramm davon ist immerhin 125 m lang – stellen Sie sich solch ein Federgewicht einmal auf Ihrer Hand vor und
führen Sie sich bitte vor Augen wie lang das Garn immerhin ist – 125 m!
Zweites Beispiel:
Man verzwirnt 8 Fäden à NM 380 zu einem Garn, dann hat es immer noch die Feinheit von NM 47.5,
1 Gr. ist also immer noch 47,50 m lang.

Je feiner die Fäden desto feiner das finale Garn.

Sie haben doch sicher schon einmal ein Paket mit einer (Paket-) Schnur umwickelt?
Auch schon mal ein Seil (Abschleppseil) oder gar ein Segeltau in der Hand gehabt?
Nun, dann wissen Sie sicherlich, das diese Taue aus mehreren einzelnen Seilen bestehen, die miteinander verdreht wurden,
um eine hohe Zugfestigkeit zu erhalten.
Würden man ein solches dickes Tau aufsplissen, so hätte man zum Schluss die einzelnen Fäden als Ausgangs-
material vor sich liegen.
Dasselbe Prinzip gilt für Wolle, Fäden und Garne – je mehr Fäden miteinander verdreht (= verzwirnt) wurden,
desto stabiler ist das Garn oder die Wolle.
Je dünner die verwandten Fasern desto dünner das Tau bei gleicher Festigkeit, je dünner das Garn bzw. die Wolle.

Man kann aber auch den einfachen Weg beschreiten und die Baumwoll- oder Cashmerefasern nur auf eine Feinheit
von NM 47.5 ausspinnen – dann hätte man ohne viel Zwirnerei, einem zusätzlichen Arbeitsgang, ebenfalls ein in etwa
gleich dickes Garn. Das wäre zudem noch viel billiger.

Natürlich ist ein mehrfädiges Garn, also 2-ply und höher, qualitativ weit besser also ein einfaches Garn/Faden,
aber auch teurer, sogar wesentlich teurer!
Die Kunst besteht beispielsweise bei Cashmere darin, das Vlies (Unterhaar) von allen Deckhaaren (Grannen)
zu befreien und danach zu einem sehr feinen Faden auszuspinnen.
Bei Baumwolle benötigt man dafür dünne und langfaserige Baumwollfasern wie z.B. GIZA 45 oder West Indian
Sea Island Cotton mit einer Faserlänge bis zu 52/55 mm.

Wenn man also nun in einem Geschäft steht und sich für Stricksachen, Schals oder Strümpfe interessiert,
dann muss man nachfragen aus welcher Wolle, Baumwolle, Merino, Cashmere usw. die Sachen gestrickt sind
und wievielfädig das Garn ist.

Ein dicker Winterpullover aus dicker, einfädiger Wolle sollte weit billiger sein als einer aus 8-ply Wolle (Garn).
Qualitativ besser ist grundsätzlich der Pullover aus mehrfädigem Garn (2-ply, 4-ply, 8-ply etc.).

Ein superdünner Faden wie der o.g. genannte NM 500 ergibt auch als 8-ply immer noch ein sehr dünnes Garn,
vergleichbar [hier naiv betrachtet zwecks leichterer Erklärung!] mit einem
NM 250 als 4-ply oder
NM 125 als 2-ply oder
NM 62.5 als 1-ply Faden

Daraus folgt:

  1. In einem Geschäft kann man – ohne die ply-Zahl bzw. Fädigkeit zu kennen – anhand der Wolldicke
    nicht die Garnqualität feststellen.
  2. Bei gleicher Garn-/Wolldicke ist das multi-ply oder mehrfädige Garn immer das weit höherwertige!
  3. Ein dünner Pullover, Weste oder Strumpf weil aus feinerem Garn gestrickt ist höherwertiger als
    ein dicker Pullover aus einem dicken Garn:
    trägt sich leichter, scheuert weniger schnell durch, neigt weit weniger zum Pilling (Wollmäuschen) und
    hält sogar viel länger!
  4. Auch ein dünner(er) Pullover kann sehr warmhalten, da es auf das verstricke Garn, die Wolle also,
    und dabei auf die Feinheit des Fadens ankommt: je höher die NM-Zahl desto feiner der Faden und das Garn.
    Man vergleiche: Seide – Baumwolle – Cashmere – Merino – Alpaca – Guanaco – Vicuna
    Wenn der Haarkanal der Fasern hohl ist wie bei Alpaca, Guanaco und Vicuna, dann isoliert die daraus gesponnene
    Wolle umso besser bei gleicher Faser- oder Garnstärke (-dicke).
  5. Im Sommer dagegen gilt grundsätzlich: je dünner das Garn desto weniger schwitzt man.
  6. Die Haltbarkeit von Strick und Strümpfen wird nicht durch eine dicke Wolle garantiert sondern
    ausschließlich durch eine hohe Garnqualität, also durch dünnes & mehrfädiges Garn!
    -> vergleiche Segeltaue.
    Ausnahme: Beimischung von Kunststoffen – na ja, wer’s mag.
  7. Je dicker der Faden desto einfacher ist er herzustellen und daher auch desto billiger,
    je dünner und feiner das Garn bzw. die Fäden, aus denen es gezwirnt wurde, desto aufwendiger die Rohstoff-
    beschaffung und auch das Spinnen – desto teuerer im Preis und desto hochwertiger!
Dick <> Qualität!
Ausnahmen wie mehrfädiges Garn bestätigen diese Regel!

West Indian Sea Island Cotton (WISIC)

WEST INDIAN SEA ISLAND COTTON – WISIC
Vorwort:
Sea Island Cotton wird im Osten der USA auf den der Küste vorgelagerten Inseln angebaut, stammt ursprünglich
von den Westindischen Inseln, erreicht aber wegen schlechterer klimatischer Anbaubedingungen bei weitem nicht
die Feinheit des Originals.
West Indian Sea Island Cotton, das Original, mit dem Gütezeichen der WISICA in Form eines Hologramms stammt,
wie der Name es schon sagt, von den Inseln Jamaica und Barbados.
Zwischen diesen Baumwollsorten bestehen erhebliche Unterschiede aufgrund der verschiedenen klimatischen Verhältnisse
in den Anbaugebieten.
WISIC ist weit langfaseriger und dünner als sein Namensvetter Sea Island Cotton aus den USA, wird von Hand geerntet
und entkernt und hat die höchste Weißklasse: Billiant White.
Es besteht wohl eine Namensverwandtschaft, die sehr oft zu Verwechselungen führt, aber zwischen beiden Sorten
gibt es erhebliche Qualitätsunterschiede.

 

West Indian Sea Island Cotton, der echte:

West-Indian-Cotton-LOGO

 

Untrennbar mit dem Anbau, der Vermarktung und dem Spinnen von West Indian Sea Island Cotton (WISIC) verbunden ist
der Name SPOERRY.

Spoerry Lager

Peter Spoerry hat sich in alter Familientradition komplett der Spinnerei von allerfeinster Baumwolle verschrieben und
gilt weltweit als der Experte überhaupt in Sachen Spinntechnik – wie auch der von ihm aufgestellte und im Guinnessbuch
verzeichnete Weltrekord sehr eindrucksvoll unter Beweis stellt.
Dabei wurde ein Garn gesponnen, das nur noch aus 17 einzelnen Fasern, dem physikalischen Minimum, besteht und
1 Gramm dieses Garnes ist sagenhafte 500 m lang.
Können Sie sich das vorstellen?
Man spürt es kaum auf der Hand, und trotzdem reicht es 500 Meter weit.
Oder gar, dass 1 kg Garn 500 km lang ist?
Nun gut mag man meinen – ein Weltrekord – aber das aktuell feinste lieferbare Garn ist Nm 405, also 405 m/gr.
Um diese extrem hohe Qualität und Garnfeinheit überhaupt erzielen und seinen Kunden auch garantieren zu können,
betreibt Peter Spoerry in Zusammenarbeit mit den lokalen Baumwollzüchtern eine eigene Baumwollzucht auf seiner
40 ha großen Farm, die er fortlaufend überwacht, und führt die Kooperative der West Indian Sea Island Cotton-Farmer an,
denn nur so kann die extrem hohe Qualität von WISIC auch garantiert werden.

Spoerry Feld 02

Die Königin der Baumwolle wird von Hand geerntet und entkernt, um sie so schonend wir möglich zu behandeln und das Brillantweiß,
die höchste Einstufung überhaupt, zu garantieren, denn bei einer maschinellen Ernte oder Weiterverarbeitung könnten die Baum-
wollkerne beschädigt und damit die –fasern durch das austretende Öl verfärbt werden.

Warum gerade Sea Island Cotton von den West Indies?

Sea Island Cotton, gossypium barbadense, stammt von den Westindischen Inseln, wo die Kultivierung dieser Baumwolle, die eigentlich
aus Ecuador und dem Norden Perus stammt, zuerst erfolgte.
Von den Inseln Jamaica, Barbados und Tobago wurde der Samen durch die Engländern in deren amerikanische Kolonnien verbacht,
am Anfang nach Carolina, wo aber keine so guten Wachstumsbedingen wie in der Karibik herrschten – die besten Anbaugebiete
waren die vorgelagerten Inseln, Sea Islands, und so erhielt die dort angebaute Baumwolle ihren Namen.
Die ursprünglich in größerem Umfang auf den Inseln vor der Ostküste der USA in South Carolina, Georgia und Florida angebaute
Sea Island Cotton zählt zu den langstapeligen (LS) bzw. extralangstapeligen (ELS) Baumwollsorten.
Die Feinheit der Fasern hängt, trotz derselben lateinischen Bezeichnung, aber wesentlich jeweiligen Anbaugebiet und dem dort
herrschenden (Mikro-) Klima ab.
Der im Südosten der USA angebaute Sea Island Cotton erreicht eine Faserlänge von an die 40 mm (Gütezeichen von Supima-Cotton).

Belize-Cotton, ebenfalls gossypium barbadense, von der Firma Carriagi (IT) in Belize angebaut, erreicht eine Faserlänge von
bis zu 47 mm bei einem Micronairewert zw. 3.1 und 3.4.

Suvin Cotton stammt aus Indien und ist – eine ehemalige britische Kolonnie – ebenfalls biologisch g.b., reicht wohl an WISIC heran,
aber erreicht nicht dessen Farbe, Faserlänge und Feinheit.

West Indian Sea Island Cotton, das Original des gossypium barbadense, Bezeichnung des Baumwollsamens „Black Seed“,
stammt von Jamaica und Barbados, wo Baumwolle bereits seit dem 16. Jahrhundert kultiviert wird und die Pflanze ideale Wachstumsbedingungen vorfindet:
Faserlänge beträgt bis 52mm/55 mm und der Micronaire-Wert für den Durchmesser der einzelnen Fasern liegt zwischen ~2.9 – 3.1.

Die Vorzüge von West Indies Cotton in wenigen Worten:

  • natürlicher Seidenglanz
  • viel weicher als Cashmere
  • sehr langlebig
  • sehr hohe Strapazierfähigkeit

Betrachtet man nur die Faserfeinheit, also den reinen Micronaire-Wert, so gibt es wohl eine Konkurrenz für WISIC:
Die Baumwolle GIZA 45 aus dem Nildelta, einem Gossypium Barbadense-Hybrid, bei der ausgesuchte Ballen einen Micronairewert
von ca. 3.0 erreichen – diese Baumwolle ist aber mit einer Faserlänge von bis zu 45 mm nicht ganz so lang wie WIC und damit die
daraus gewebten Stoffe oder Stricksachen nicht ganz so weich.

Pima-Cotton, nicht zu verwechseln mit dem amerikansichen Gütezeichen SUPIMA oder Super Piuma Cotton aus Ägypten,
kommt aus Peru, und hat eine Faserlänge bis ~42 mm bei einem Micronairewert von 3.2 bis 3.9.
Die Baumwolle wird in einem relativ kleinen Anbaugebiet von ca. 40 km2 im Nordwesten Perus angebaut und
sowohl von Hand geernet als auch entkernt, da nur so die hohe Qualität der Baumwollfasern gewahrt werden kann.

Die bekanntesten und hochwertigsten Baumwollsorten im Überblick sind:

 

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  • WISIC – West Indian Sea Island Cotton
  • Belize-Cotton by Cariaggi
  • Giza 45 – Ägypten, Nildelta
  • Suvin – Indien
  • Sea Island Cotton – USA und Karibik
  • Pima Algodón/Cotton – Peru
  • Supima – USA: Handelsmarke für ELS Cotton
  • Giza 70 – Ägypten

Die unter jedem Aspekt beste Baumwollqualität besitzt die Sea Island-Baumwolle von den West Indischen Inseln Jamaica und
Barbados, West Indian Sea Island Cotton genannt.
Platz 2 fällt an Belize, Giza 45 und Suvin aus Indien.

Und letztendlich kommt es darauf an in welcher Feinheit das Garn ausgesponnen und wie es verzwirnt und gefärbt wird,
um eine definitive Aussage über die finale Garnqualität und den fertigen Stoff oder Strick machen zu können.

Eine Verwechselungsgefahr zwischen dem Sea Island Cotton aus den USA und dem echten WIC dürfte eigentlich
nicht bestehen, da nur dieser Cotton bzw. die daraus hergestellten Teile das Hologramm der West Indian Sea Island
Association (WISICA) trägt.

Aber wie so oft im Internet, verbreiten „Experten“, oder zumindest Leute, die von den Lesern als solche angesehen werden,
im Internet ihre ‚Weisheiten‘, und würde man diese glauben, dann gäbe es nur (eine Sorte) Sea Island Cotton,
und die stammte immer von den Westindischen Inseln, denn nur so ist es zu erklären,
dass weit mehr West Indian Cotton verkauft als geerntet wird.
So lässt sich halt eben viel Geld verdienen, denn es liegt auf der Hand, dass eine Baumwolle, die in derart geringen Mengen
von Hand geernet und entkernt wird wie der echte West Indische Cotton weit teurer ist als die anderen Sorten.

Es liegen Welten zwischen ‚normaler‘ Baumwolle mit einer Faserlänge von 20/25 mm, einem weit feineren Sea Island Cotton mit 40 mm Faserlänge aus den USA beispielsweise und dem echten West Indian Sea Island Cotton mit bis zu 55 mm Faserlänge:
Allein schon bei der Garnqualität, erst recht zwischen dem Strick von John Smedley aus Sea Island Cotton aus den USA und
dem Strick von SPOERRY 1866 aus WIC, da SPOERRY über weit feinere Strickmaschinen verfügt als John Smedley:
nämlich die feinste der Welt mit 30 Gage, wenn ich mich nicht irre.

Auch übertrifft West Indian Sea Island Cotton den normalen Sea Island Cotton bei weitem was die Brillanz der Farben angeht
– einfach kein Vergleich, aber man muss die Brillanz, diesen seidig weichen Schimmer bei Hemden und Stoffen einmal in natura
gesehen haben, um meine Begeisterung zu verstehen.
Ganz zu schweigen vom Tragen eines Hemdes oder anderer Stricksachen.
Dass sich exzellent hohe Qualität, sowohl beim Garn, beim Design und bei der Verarbeitung im Preis niederschlägt,
müsste eigentlich jedem einleuchten, oder?
Aber – haben Sie einmal diesen feinen und weichen Strick angefühlt?
Sie würden staunen!
Er ist tatsächlich viel weicher als alles, was Sie bisher an Cashmere gesehen, gekauft und getragen haben.

Die angebotenen Strümpfe in 3 Farben von Urban Fine Socks aus West Indian Cotton sind übrigens aus dem feinsten Garn,
das Cariaggi in seiner Linie QUINTESSENCE anbietet, gestrickt:
3 ply in NM 3/100!

Bildquellen:
SPOERRY 1866
Cariaggi

Informationsquellen:
SPOERRY 1866 http://www.spoerry1866textiles.ch/Sea-Island.21.0.html
Cariaggi http://www.cariaggi.it/
Co OP West Indian Sea Island Cotton, Japan http://www.kaitoumen.co.jp/home-en.html

 

Literaturhinweis:
The Story of SEA ISLAND COTTON http://www.bestofbest-mode.com/showt…-ISLAND-COTTON

Sea Island Cotton 01(2)

Termini

Überblick über Termini beim Kauf von Socken & Strümpfen

 

  • Antishrinkzurichtung – gekrumpftes Garn, auch sanforized yarn genannt: unter Einwirkung von heißem Dampf wird das Garngestreckt und gestaucht, um einem späteren einlaufen des Stricks vorzubeugen
  • Cashmere – Wolle der Cashmereziege in verschieden dünnen/dicken Garnen, je dünner desto besser & teurer, wird sehr oft mit Kunststoffaserbeimischung verstrickt, um die Haltbarkeit zu erhöhen und den Preis abzusenken;
    Umrechnungsfaktor: Preis ./. reinen Cashmeranteil Beispiel: 80 % Cashmere = PREIS ./. 0,8
  • Elast(h)an – dauerelastische Kunststofffaser, die im Bündchen eingestrickt wird -> Waschtemperatur beachten!
  • Fil d’Ecosse – mercerisierte Baumwolle,
  • Filoscozia® – Gütesiegel der Ass. Filoscozia: handgepflückte, mercerisierte, gasierte Baumwolle mit Antishrinkzurichtung; Definition einer sehr hohen Mindestfeinheit des Baumwollgarnes
  • Frottee – sollte vermieden werden, da man damit recht schnell schwitzt
  • Gasieren – der fertige Faden wird duch eine Gasflamme geleitet, um die herausstehenden Faserenden abzusengen und dem Pilling, der Bildung von sogenannten Wollmäuschen vorzubeugen
  • Handkettelungsiehe auch Maschinenkettelung – die Öffnung des Strumpfes oberhalb der Zehen wird durch einen Faden geschlossen, der durch die jeweiligen Endschlaufen gezogen wird: KEINE Druckstellen auf dem Fuß
  • Maschinenkettelung – die Strumpfönung (nach dem Stricken) wird mit einer maschniellen ‚Quersteppung‘ verschlossen; diese findet man bei sehr einfach gemachten Socken/Strümpfen
  • Mercerisierung – Das Garn wird unter Zug durch eine Natronlauge gezogen. Damit bildet sich ein runder Faserkörper aus, das Garn bzw. seine einzelnen Fasern werden zugfester und es lässt sich leichter färben. Ein Nebeneffekt liegt darin, dass das Garn einen leichten Schimmer bekommt.
  • Merino – Wolle des Merinoschafes in verschieden dünnen/dicken Garnen, je dünner desto besser & teurer
  • Polyamid – Kunststofffaser, die grundsätzlich nur in der Zehen- und Fersenkappe mitverstrickt wird, um die Scheuerfestigkeit zu erhöhen;
    ist das Polyamid im Füß- oder Beinling selbst verstrickt, so erhöht das wohl die Lebensdauer, fördert aber auch das Schwitzen;
    je höher der Anteil desto stärker die Transpiration

Anziehen, Pflege & Waschen

Anziehen:
Die Strümpfe werden in die Daumenbeugen beider Hände gerafft; zuerst über die Zehen, dann über den Fuß gezogen und langsam unter Zug am Schienbein hoch abrollen gelassen.
Ähnlich wie Damen dies tun….
aber niemals oben am Bündchen gegriffen und über den Fuß gestülpt!

https://www.youtube.com/watch?v=aJ7S6B3wAu4

Anschließend die Strümpfe mit den Fingern glattziehen (und in der Länge korrigieren).
Dies ist besonders wichtig bei den Sea Island Strümpfen, da diese nach der ersten Wäsche eingelaufen zu sein scheinen – ist aber nicht!
Durch die Strickart und das spezielle Garn erscheinen sie nur kürzer und müssen nach der ersten Wäsche wieder etws gezogen werden,
da sich die Maschen beim Waschen verdichtet haben.

 

 

Waschen:

Je feiner das Garn, desto niedriger sollte die Waschtemperatur ausfallen, max. 40 Grad bei Verwendung eines entsprechenden Waschmittels.

Bakterien-Vernichtung bei 60 Grad und mehr ist der totale Unsinn:
Nach der 40 Grad-Wäsche mögen in den Socken wohl noch ein paar Bakterien überleben – aber wenn interessiert das, denn sie liegen doch eh nur in der Schublade und spätestens wenn sie wieder an den Füßen sind werden sie mit den körpereigenen Bakterien erneut aufgefüllt – oder seit wann duschen Männer mit 60 Grad heißem Wasser?

Handwäsche ist erst bei Cashmere- oder sehr feinen Merino- oder Seidenstrümpfen angesagt – regulär reicht aber die Waschmaschine mit 40 Grad Wassertemperatur für alle anderen Garne vollkommen aus bzw. beschädigt die Strümpfe nicht.